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A. Anwendungsgrundlagen

Bio- und Grünkomposte sind sowohl in verschiedenen Absiebungen als auch in verschiedenen Reifestufen erhältlich. Jedes Kompostprodukt ist für bestimmte Anwendungszwecke besonders geeignet.

Feine Komposte werden auf 10 - 16 mm abgesiebt. Sie dienen als Fertigkomposte zur Beimischung ins Pflanzloch, zur kombinierten Bodenverbesserung und Vorratsdüngung sowie für die Erhaltungsgabe. Grobe Absiebungen haben 20 - 30 mm Korngröße und sind preisgünstiger als fein abgesiebter Kompost. Das gröbere Material läßt sich vor allem zur Bodenverbesserung und für Mulchzwecke, also insbesondere für den Erosionsschutz, verwenden.

Als Mulchmaterial wird außerdem oft zerkleinerter und in der Vorrotte hygienisierter Frischkompost aus Grüngut mit hohem Holzanteil eingesetzt. Dieser spezielle Frischkompost ist nährstoffarm und kann deshalb im Vergleich zu nährstoffreichen Komposten nutzbringend in größeren Schichtdicken aufgebracht werden, ohne daß eine Überfrachtung des Bodens mit Nährstoffen erfolgt.

Bei den Reifestufen unterscheidet man Frisch- und Fertigkomposte. Nach den Güte- und Prüfbestimmungen für das RAL-Gütezeichen müssen Fertigkomposte eine weitgehend abgeschlossene Rotte aufweisen (Rottegrad IV oder V, LAGA-Merkblatt 10) und pflanzenverträglich sein. Sie können deshalb auch überall eingesetzt werden, wo direkter Kontakt mit den Pflanzenwurzeln auftritt. Wegen der normalerweise höheren Nährstoff- und Salzkonzentration im Vergleich zu Mineralböden müssen aber auch Fertigkomposte bei der Pflanzlochgabe verdünnt, also mit Erde gemischt werden.

Frischkomposte sind durch die erste, heiße Kompostierungsphase hygienisiert, aber nicht fertig gerottet. Deshalb weisen sie einen höheren Gehalt an organischer Substanz auf als Fertigkompost. Frischkomposte sind preisgünstiger als Fertigkomposte. Als noch nicht pflanzenverträgliche Rottepro-dukte kann ihre Anwendung als Mulch für den Erosionschutz erfolgen, oder sie werden oberflächlich in den Boden eingearbeitet, wo sie nachrotten. In diesem Fall darf die Saat oder Pflanzung frühestens drei bis vier Wochen nach der Kompostausbringung erfolgen, um Pflanzenschäden zu vermeiden.

Die Einarbeitungstiefe und -art hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von der Bodenart (Tab. 5). Prinzipiell sollten für die Einarbeitung Geräte benutzt werden, die Kompost und Mineralboden gut mischen (Fräsen, Scheiben-, Kreisel-, Spatenrollegge oder Rotorhacke - je nach Boden). Dies ist besonders wichtig für Frischkomposte, damit bei flacher Einarbeitung eine zügige Nachrotte unter Sauerstoffzutritt gefördert wird. Die Komposteinarbeitung sollte umso flacher erfolgen, je schwerer der Boden und je geringer der Reifegrad der verwendeten Komposte ist. 

 

Tab. 5: Maximale Einarbeitungstiefen für Bio- und Grünkomposte

Reifegrad des
Kompostes
Bodenart Einarbeitungstiefe
des Kompostes in cm
Fertigkompost
(Rottegrad IV-V)
leicht
mittel
schwer
bis 20
bis 15
bis 10
Frischkompost
(Rottegrad II-III)
leicht und mittel
schwer
bis 10
um 5

Die Kompostausbringung ist grundsätzlich mit den Geräten möglich, mit denen auch sonst organisches Material transportiert und ausgebracht wird, zum Beispiel mit Dungstreuern, die den Reihenentfernungen in Wein- und Obstbau angepaßt sind. Zum Ausbringen des Kompostes in die Reihen bzw. auf die Baumstreifen sind Kompoststreuer mit seitlichem Auswurf besonders geeignet.

Miststreuer weisen eine unterschiedliche Verteilgenauigkeit und bei Standardgeräten eine geringe Streubreite auf. Bei manchen Systemen fällt ein Teil des relativ feinen Kompostes vom Ende des Kratzbodens einfach auf den Boden. Geräte mit horizontalem Streuwerk und zusätzlichem Streutisch mit Tellern dagegen können Komposte bei relativ genauer Verteilung bis über 10 m breit ausbringen. Diese und sind daher zu empfehlen.

Der Einsatz von Kompost sollte immer bei ausreichend abgetrocknetem oder gefrorenem Boden erfolgen. Es ist eine Ausbringung im Frühjahr (bis Sommer) anzustreben, um die Auswaschung von Nährstoffen zu vermindern. In ebenen Lagen und bei nicht zu hohen Gaben kann auch im Spätwinter bei Frost ausgebracht werden.