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RGK Südwest > Kompost > Im Obst- und Weinbau > Praktische Anwendung > D. Anwendung während der Standzeit

D. Anwendung während der Standzeit

Die Anwendung von Kompost bei Ertragsrebflächen sowie während der Standzeit von Obstgehölzen und den Ertragsjahren bei Beerenobst dient überwiegend der Pflege des Bodens. Dabei wird das Bodenleben aktiviert, das die organische Substanz in den Boden einbringt. Durch das Eindringen des Niederschlagswassers und die mischende Aktivität des Bodenlebens gelangen Nährstoffe aus dem Kompost auch in den Wurzelbereich.

Die kontinuierliche Versorgung des Bodens mit organischer Substanz und den darin enthaltenen Nährstoffen kann im Wein- und Obstbau jährlich, aber auch in einem bestimmten Rhythmus im Abstand einiger Jahre erfolgen. Die Aufbringungsmengen müssen auf den Ausbringungsrhythmus abgestimmt sein, um nicht auf Dauer eine Nährstoffüberversorgung herbeizuführen, die Umweltbelastungen zur Folge hätte. 

 

Wir empfehlen für den fachgerechten und erfolgreichen Komposteinsatz folgende Aufwandmengen:

Regelmäßige Kompostgaben im Wein- und Obstbau

Kompost-Art: Nährstoffreiche Bio- und Grünkomposte; Fertig- oder Frischkompost,
Absiebung: 0 - 10 oder 0 - 20 mm. Für Mulch nährstoffärmere Komposte mit einer Absiebung von 0 - 30 oder 10 - 30 mm

Anwendung Trockensubstanz Frisch substanz
  t/ha t/ha m³/ha
jährlich
alle 2 Jahre
alle 3 Jahre
alle 4 Jahre
10
20
30
40
17
35
50
70
25
50
75
100

Berechnungsgrundlage: TS = 60 % und Volumengewicht = 0,68 t/m³, gerundete Angaben.

Im Durchschnitt mehrerer Jahre dürfen ca. 25 m³ Kompost je ha und Jahr nicht überschritten werden. Die organische Substanz in dieser Menge entspricht auch in etwa dem Humusbedarf je ha und Jahr. Aus arbeitswirtschaftlichen und Kostengründen wird man eher jedes zweite oder dritte Jahr Kompost ausbringen, obwohl die jährliche Gabe wahrscheinlich optimal für den Boden wäre. Röber und Schaller (Pflanzenernährung im Gartenbau, 1985) empfehlen die Aufbringung von Frisch- oder Fertigkompost in Obstanlagen alle drei Jahre.

Zwischen Blüte und Ernte von Reben und Obst sollte kein geruchsintensiver Frischkompost ausgebracht werden, um Qualitätsminderungen, auch in Nachbarlagen, zu vermeiden.

In Tabelle 7 sind die Werte für die organische Substanz und die pflanzenverfügbaren Nährstoffe dargestellt, die bei kontinuierlichen Pflegegaben an Bio- und Grünkompost auf und in den Boden gebracht werden. Die organische Substanz im Kompost, die durch- schnittlich jährlich gegeben wird, trägt stark zum Ausgleich und zur Verbesserung der Humusbilanz bei. Der pH-Wert des Kompostes im neutralen bis alkalischen Bereich und die basisch wirksamen Stoffe (Kalk) wirken sich positiv auf den Boden aus, besonders bei den heutigen sauren Niederschlägen.

Tab. 7: Beispiel: Mit einem durchschnittlichen Biokompost aufge- brachte Mengen an organischer Substanz und pflanzenverfügbarenNährstoffen

Anwendung Kompost-
Frischmasse
Organ.
Substanz

N P2O5 K2O MgO CaO(1)
  m³ /ha t/ha kg/ha kg/ha kg/ha kg/ha kg/ha
jährlich
alle 2 Jahre
alle 3 Jahre
alle 4 Jahre
25
50
75
100
3
6
9
12
15
30
45
60
40
80
120
160
100
200
300
400
20
40
60
80
600
1200
1800
2400
1) Bei CaO Gesamtgehalte (6 %)            

Phosphat und Kalium im Kompost können je nach Kompostmenge einen erheblichen Teil bis hin zum gesamten Bedarf der Kulturen decken. Das gilt auch für Magnesium und Spurennährstoffe. Stickstoff dagegen ist im Verhältnis zu den anderen Nährstoffen in geringerem Maße pflanzenverfügbar und muß deswegen bei Bedarf zugedüngt werden.

Sollen Weinberge oder Obstanlagen begrünt werden, ist der Einsatz von Fertigkompost von großem Nutzen. Der pflanzenverträgliche Fertigkompost sollte fein abgesiebt (0-10 oder 10-16 mm) sein und flach eingearbeitet werden. Die Begrünung senkt in den Folgejahren den Ergänzungsbedarf an Humusdüngern.

Wir empfehlen für den fachgerechten und erfolgreichen Komposteinsatz folgende Aufwandmengen:
Begrünung der Anlagen im Wein- und Obstbau

Kompostart: Nährstoffreiche Bio- und Grünkomposte, Fertigkompost, Absiebung: 0 - 10 oder 0 - 20 mm

Kompostmengen: 60 - 100 m³ FS/ha (entsprechend 40 - 70 t FS/ha)