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RGK Südwest > Kompost > Im Obst- und Weinbau > Grundlagen > Gütesicherung von Kompost

Die Gütesicherung von Kompost

Um die Aufgabe der Qualitätskontrolle von Bio- und Grünkomposten wahrzunehmen, wurde die Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. gegründet. Sie wird von regionalen Kompost-Gütegemeinschaften getragen. Mit einem Gütesicherungs-System für Komposte und der Unterstützung der Kompostproduzenten im Marketing- und Anwendungsbereich wollen die Gütegemeinschaften die Kompostierung als Baustein der modernen Recyclingwirtschaft nachhaltig fördern. 

 

Es liegt im Interesse von Anwendern und Produzenten, daß die erzeugten und verwendeten Komposte einen dauerhaft hohen Qualitätsstandard haben und behalten: 

  1. Der Anwender verlangt zu Recht eine sichere Qualitätsüberwachung, um kontrollierten Gütekompost langfristig erfolgreich einsetzen zu können.
  2. Der Kompostproduzent sieht in einem qualitativ hochwertigen Kompost ein Produkt mit besseren Absatzchancen.

Zur Qualitätssicherung hat die Bundesgütegemeinschaft Kompost beim RAL Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. ein RAL-Gütezeichen "Kompost” geschaffen. Die Vergabe dieses Gütezeichens verpflichet den Kompostierbetrieb auf die Einhaltung eines umfassenden Systems der Gütesicherung von Kompost und Kompostprodukten. Es enthält folgende Elemente:                  

  1. Kontinuierliche und unabhängige Kontrolle der Produktqualität (Fremdüberwachung)
  2. Kontrolle und Dokumentation des Rotteverlaufs durch die Betriebe (Eigenüberwachung)
  3. Standardisierung der Produktqualität (Gütekriterien)
  4. Kennzeichnung der Produktqualität (Gütezeichen)
  5. Deklaration der wesentlichen Eigenschaften und Inhaltsstoffe (Deklarationspflicht)
  6. Angaben zur sachgerechten Anwendung (Anwendungsrichtlinien)

Die Nutzungsrechte des Gütezeichens erhält der Komposthersteller nachdem er ein Prüfverfahren erfolgreich durchlaufen hat (Abb. 1). Im Prüfverfahren wird die Einhaltung der geforderten Qualitäten nicht nur durch eine laufende Eigenüberwachung der Kompostproduktion durch die Betriebe kontrolliert. Zwischen vier- und zwölfmal pro Jahr (abhängig von der Anlagenkapazität) hat zudem eine Fremdüberwachung zu erfolgen. Die Untersuchungsstellen für die Fremdüberwachung müssen unabhängig und von der Bundesgütegemeinschaft besonders zugelassen sein. Die Analysenergebnisse des Prüfverfahrens sind Grundlage für die Kennzeichnung der Kompostqualität, für die Deklaration der wesentlichen Eigenschaften und Inhaltsstoffe sowie für die Angaben zur sachgerechten Anwendung.

So können sich Abnehmer von Komposten mit dem RAL-Gütezeichen auf eine sichere und hohe Qualität der Produkte verlassen.

Die Güterichtlinien der Bundesgütegemeinschaft Kompost für das RAL-Gütezeichen enthalten folgende für den Anwender wichtige Kriterien:

 

Qualitätskriterien Güteanforderungen an Kompost
Hygiene Seuchenhygienische Wirksamkeit des Rotteprozesses, Freiheit von
keimfähigen Samen und Pflanzenteilen
Fremdstoffe/
Steine
Frei von wahrnehmbaren Verunreinigungen (« 0,5 Gew. %)
Rottegrad Frischkompost: Hygienisiertes Rotteprodukt mit höheren Gehalten an leicht abbaubarer organischer Substanz (Rottegrad II oder III) 1)
Fertigkompost: Hygienisiertes, biologisch stabilisiertes Rotteprodukt mit geringerem Gehalt an leicht abbaubarer organischer Substanz (Rottegrad IV und V)1)
Pflanzenverträglichkeit Pflanzenverträglichkeit im vorgesehenen Anwendungsbereich, frei von Wuchshemmstoffen und nicht Stickstoff immobilisierend 2)
Chem./phys.
Eigenschaften
Neutraler bis alkalischer pH-Wert,
Angabe des Salzgehalts und Volumengewichts,
Wassergehalt für lose Ware (OS < 40 % i.d. TS)
Organische Substanz Mittlerer bis hoher Gehalt an organischer Substanz ( >20 % OS d. TS)
Nährstoffe Deklaration des Gehalts an Pflanzennährstoffen (N, P, K, Mg, Ca) gesamt und pflanzenverfügbar
Schadstoffe Geringe Gehalte an Schadstoffen (Richtwerte siehe Tabelle 4)
Deklaration Angabe der für die Anwendung relevanten Eigenschaften und
Inhaltsstoffe, Anwendungsempfehlungen

1) Selbsterhitzung im Dewar-Gefäß nach Merkblatt 10, Länderarbeitsgemeinschaft Abfall LAGA
2) Nicht für Frischkompost