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RGK Südwest > Kompost > Im Obst- und Weinbau > Grundlagen > Nutzen von Bio- und Grünkomposten im Wein- und Obstbau

Der Nutzen von Bio- und Grünkomposten im Wein- und Obstbau

Die Komposte aus der getrennten Sammlung organischer Rohmaterialien dienen in erster Linie dazu, den abgebauten Humus im Boden zu ersetzen und den Humusgehalt zu erhöhen. Dazu kommen bedeutende Nährstoffgehalte in den Komposten und weitere positive Eigenschaften, die speziell von Komposten entfaltet werden. In diesen Bereich sind vorbeugende Wirkungen gegenüber Pflanzenschädlingen und Verbesserungen bei der Qualität der Ernteprodukte einzuordnen.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen den hohen Wert der Kompostanwendungen:

  • Eine Erhöhung des Humusgehaltes durch Kompostanwendung um 0,2 % bewirkt eine durchschnittliche Zunahme der nutzbaren Wasserkapazität um 0,5 % und des Porenvolumens um 1 %. Wurzeln können den Boden leichter durchwachsen.
  • Das Bodenleben (Bodenfauna) wird durch Kompost gefördert und arbeitet den Boden durch.
  • Schon nach wenigen Jahren werden wichtige Bodeneigenschaften durch Kompostanwendung verbessert (Tab. 1).
  • Kompost sorgt ganz besonders auf leichten, aber auch auf schweren Böden für eine deutliche Erhöhung der Zahl der Anlagerungsplätze für Nährstoffe (Kationenaus- tauschkapazität). Steigerungen von 100% wurden mit Kompost erreicht. Die Auswa- schung der Nährstoffe wird stark vermindert, die Pflanzenwurzeln können sie dennoch aufnehmen.
  • Durch die dunkle Farbe des Kompostes wird eine zeitige Erwärmung des Bodens und eine schnellere Aktivierung des Bodenlebens so wie ein früheres Pflanzenwachstum erreicht.

Tab. 1: Wichtige Bodenkennwerte nach vier Jahren Kompostanwendung (Univ. Kassel, Prof. Vogtmann/Gottschall)

Variante pH-Wert Humus-
gehalt 1)
%
N K20 P2 05
          gesamt pflanzenverfügbar
- mg/100 g Boden
Kontrolle (ungedüngt) 5,7 1,7 107 25,2 11,5
Mistkompost I
Biokompost I
5,9
6,0
1,9
2,2
117
116
29,9
29,4
14,5
14,5
Mistkompost II
Biokompost II
6,0
6,6
2,1
2,1
117
115
35,4
34,8
13,9
16,3
Grenzdifferenz 5 % 0,12 0,24 18,4 5,9 2,8

I: Durchschnittlich 15 t Kompost/ha und Versuchsjahr (Frischsubstanz = FS)
II: Durchschnittlich 30 t Kompost/ha und Versuchsjahr (FS)
1): Organische Substanz aus Glühverlust; P und K aus CAL-Extrakt

  1. Die Bearbeitbarkeit wird erleichtert (geringerer Kraft- und Energiebedarf). Der Boden kann wegen der Wasseraufnahme des Humus auch bei höherer Feuchtigkeit ohne Schaden für die Struktur befahren und bearbeitet werden.

Abbildung 3:

1) 100 dt/ha Trauben, 10 dt/ha Gipfelmasse (TS), 13 dt/ha Schnittholz (TS); nach Vogt/Götz: Weinbau
2) nur Fruchternte (ähnlich bei fast allen Obstarten); nach Quast: Düngung, Bewässerung und Bodenpflege im Obstbau
3) Bei CaO: Gesamtgehalt (6 %)

  1. Neben den hervorragenden Wirkungen bei der Bodenverbesserung weisen Komposte bedeutende Nährstoffgehalte auf (vgl. Tab. 3). Durch hohe Gehalte und gute Verfügbarkeiten kann bei den Nährstoffen Phosphat, Kalium, Calcium und Magnesium spürbar Geld gespart werden (Tab. 2). Bei hohem Stickstoffbedarf muß N zugedüngt werden. Der Gehalt der Komposte an Schwefel und den Spurennährstoffen Eisen, Mangan, Bor und zum Teil auch Molybdän ist wertvoll. Bei Zink und Kupfer herrschen im Wein- und teilweise auch im Obstbau in der Regel kein Mangel.
  2. In vielen Untersuchungen wurde die hervorragende Wirkung von Komposten als Erosionsschutz bewiesen. Auch die Verschlämmungsgefahr wird durch die Verbesserung der Krümelstabilität deutlich vermindert.
  3. Die Krankheitsanfälligkeit unserer Kulturpflanzen ist bei höheren Humusgehalten grundsätzlich geringer. Nach neueren Untersuchungen in den USA und in Deutschland weisen Komposte darüber hinaus direkte Pflanzenschutz-Effekte auf. Mehrere wichtige Wurzelbrandkrankheiten können durch vorbeugende Kompostanwendung selbst bei starkem Infektionsdruck zurückgedrängt werden.
  4. Mit Kompost lassen sich hohe Erträge bei guter Qualität und niedrigen Nitratgehalten erreichen. In Österreich z.B. konnten Geschmack und Farbe von Rotwein durch Kompostanwendung verbessert werden.

Tab. 2: Beispiel: Gehalt an pflanzenverfügbaren Nährstoffen in einer Gabe von 20 m3 /ha (ca. 13 t FS bzw. 8 t TS) Biokompost im Vergleich zu Nährstoff-Entzügen im Wein- und Obstbau

Nährstoff Pflanzenverfügbare
Nährstoffe (kg/ha)
Entzug (kg/ha) bei  
    Reben 1) Obst 2)
N
P205
K20
MgO
CaO
10 - 20
30
80
18
480 (3
36 - 45
13 - 15
73 - 76
8 - 12
31 - 34
20 - 35
8 - 13
50 - 80
6 - 8
17 - 20