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RGK Südwest > Kompost > Im Obst- und Weinbau > Grundlagen > Qualität von Bio- und Grünkomposten

Die Qualität von Bio- und Grünkomposten

Nach einigen Jahren der praktischen Erfahrung mit der Qualität von Bio- und Grünkomposten läßt sich für den Wein- und Obstbau zusammenfassend feststellen (vgl. Tab. 3): 

  1. Ausgereifte Komposte haben einen stabilen, hohen Anteil an organischer Substanz. Diese ersetzt hervorragend den abgebauten Humus.
  2. Die Gehalte an pflanzenverfügbaren Nährstoffen sind hoch, besonders bei Phosphat, Kalium, Magnesium und Calcium.
  3. Der Gehalt an Spurennährstoffen ist hoch.
  4. Das C/N-Verhältnis gewährleistet eine günstige N-Dynamik (Stickstoffnachlieferung) bei ausgereiftem Kompost.
  5. Der hohe pH-Wert und der Reichtum an basisch wirksamen Stoffen (Kalk) wirkt gegen Bodenversauerung.
  6. Das geringe Volumengewicht und die hohe Wasserkapazität der Komposte tragen zur Verbesserung des Luft- und Wasserhaushalts der Böden bei.
  7. # Der Salzgehalt ist bei sachgerechter Anwendung der Komposte unbedenklich.

Bei der Anwendung von Komposten müssen schädliche Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen und Umwelt auf das niedrigste Maß beschränkt bleiben. Eine gewisse Menge an Schadstoffen kommt in unserer Industriegesellschaft überall vor. Es ist aber möglich, durch die getrennte Sammlung von organischen Reststoffen sehr hochwertige Komposte zu produzieren. Ihre Schadstoffbelastung ist nicht höher als die in durchschnittlichen Komposten aus dem Hausgarten (Tab. 4).

Tab. 3: Wertgebende Eigenschaften und Inhaltsstoffe in Bio- und Grünkomposten (Fertigkompost)

Parameter Einheit Wert
Trockensubstanz (TS)
Organische Substanz
C / N - Verhältnis
% in der FS
% in der TS
-
55 - 70
20 - 40
10 - 20
pH - Wert (CaCl2)
Salzgehalt
Volumengewicht
Wasserkapazität
-
g KCl/l
g/l FS
% des Volumens
7 - 8
1,0 - 8,0
500 - 800
45 - 65
N gesamt
P2O5 gesamt
K2O gesamt
MgO gesamt
CaO gesamt
% i.d. TS
% i.d. TS
% i.d. TS
% i.d. TS
% i.d. TS
0,5 - 1,8
0,4 - 1,0
0,6 - 1,8
0,7 - 3,0
3,0 - 12

Wir müssen unsere Böden schützen. Deswegen werden an Bio- und Grünkomposte durch die Bedingungen für die Gütezeichenvergabe so strenge Qualitätsanforderungen gestellt, daß die Komposte nur noch geringfügig höhere Gehalte an Schwermetallen haben dürfen als die meisten Böden.

Zink und Kupfer sind lebensnotwendige Spurenelemente für alle Lebewesen, die erst bei zu hohen Konzentrationen schädlich werden. Im Weinbau sind aber wegen der Pflanzenschutzspritzungen teilweise sehr hohe Kupfergehalte im Boden zu finden. Aus diesem Grund ist es wichtig, Gütezeichen-Komposte mit niedrigen Kupfergehalten zu verwenden.

Die Belastung unserer Umwelt mit organischen Schadstoffen wird in den letzten Jahren, unter anderem wegen der besseren Analyseverfahren, immer mehr entdeckt und stark diskutiert. Dabei wird deutlich, und zwar noch mehr als bei den Schwermetallen, daß praktisch kein Stoff mehr frei davon ist. Durch die getrennte Sammlung und Kompostierung von Grüngut und organischen Rohmaterialien aus den Haushalten ist der Gehalt an organischen Schadstoffen wie PCBs und den berüchtigten Dioxinen von Bio- und Grünkomposten jedoch sehr niedrig und durchschnittlich sogar unter den Werten in der Humusauflage von Waldböden (Prof. Krauß, Tübingen).

Tab. 4: Bereiche der am häufigsten vorkommenden Schwermetallgehalte von Bio- und Grünkomposten im Vergleich zu Durchschnittswerten anderer Komposte (mg/kg TS)

Schwermetall Bio-
kompost
Mischmüll-
kompost
(früher)
Hausgarten-
kompost
Gütezeichen-
Richtwerte
Blei (Pb) 50 - 100 400 100 150
Cadmium (Cd) 0,1 - 1,0 4,0 0,5 1,5
Chrom (Cr) 25 - 60 70 40 100
Kupfer (Cu) 30 - 50 270 30 100
Nickel (Ni) 10 - 30 50 20 50
Quecksilber (Hg) 0,1 - 0,5 2,5 0,2 1,0
Zink (Zn) 150 - 350 1.300 250 400

Außer einem möglichst geringen Gehalt an Schadstoffen sind für den Anwender folgende Eigenschaften der Komposte von großer Bedeutung: 

  1. Seuchenhygienische Wirksamkeit des Rotteprozesses gegenüber Krankheitserregern für Mensch, Tier und Pflanzen;
  2. weitestgehende Freiheit von keimfähigen Unkrautsamen;
  3. Pflanzenverträglichkeit im vorgesehenen Anwendungsbereich;
  4. möglichst geringe Fremdstoffgehalte (Kunststoffe, Metalle, Glas) und ein geringer Steinanteil.

Krankheitserreger und Unkrautsamen werden durch den Kompostierungsprozess selbst zerstört, wobei die Hygienisierung durch die hohen Rottetemperaturen (bis 70 °C) erfolgt, die oft über mehrere Wochen gemessen werden. Professionelles Kompostieren sowie die richtige Rottesteuerung führen zur erforderlichen Hygienisierung des gesamten Kompostes.

Fertigkomposte sind reif und pflanzenverträglich. Frischkomposte sind hygienisiert, haben aber einen hohen Anteil an noch nicht zersetzter organischer Substanz. Durch die getrennte Sammlung der Rohstoffe und die technischen Maßnahmen auf den Kompostierungsanlagen sind die Fremdstoffgehalte im fertigen Kompost äußerst gering.