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Kompost Journal | Frühjahr 2020 - Ausgabe Nr. 28

28.03.2020 von Webmaster

Lernen vom Kreislauf der Natur

Kompost Journal Nr. 28

Die Natur macht nichts vergebens. Es gibt keine Verschwendung, keinen Überfluss. Alles, was entsteht, wird im Ganzen gebraucht. Alles, was vergeht, findet seine Wiederverwendung in einem perfekten Kreislauf. So ist auch die Kompostierung/Vergärung von Bioabfall gut geeignet, um wertvolle Ressourcen und das Klima zu schonen.

In Kompostanlagen entsteht durch die Nutzung der organischen Rohstoffe ökologisch wertvolles Humusmaterial – die Grundlage für gesundes Bodenleben und Pflanzenwachstum. In Vergärungsanlagen wird zu dem auch Wärme und umweltfreundliches Biogas produziert, das in Ökostrom verwandelt wird. Jeder einzelne kann durch sein Verhalten dazu beitragen, dass dieser nachvollziehbare und transparente Stoffkreislauf erhalten und damit zukunftsfähig bleibt. Am Anfang steht dabei die saubere Trennung und Erfassung der Organik über die Biotonne. Fremdstoffe, wie Glas und Plastik, haben dort - wie auch in der freien Natur - nichts zu suchen. Sofern die Möglichkeit der Eigenkompostierung im Garten besteht, ist dies eine willkommene Ergänzung.

Das Bewusstsein der Menschen, wichtige Lebenselemente wie Luft und Wasser zu schützen und zu bewahren, gilt auch für den Boden. Als natürliches Grundelement ist er Voraussetzung für alles Leben. Eingebunden in den natürlichen Stoffkreislauf lässt Boden Leben wachsen und Leben vergehen. Er hält dafür Kostbarstes bereit. Unverzichtbar für den Wasserhaushalt ist er Filter und Puffer zugleich, speichert wertvolle Nährstoffe und Humus, schafft Schutz- und Lebensräume für das Bodenleben und ist Träger einer vielfältigen Tierund Pflanzenwelt. Mit dem Anbau von Pflanzkulturen und der Entnahme und Abfuhr von Ernteprodukten oder Grünschnitt wird der natürliche Stoffkreislauf verändert. Die organische Substanz im Boden nimmt ab und damit auch die zahlreichen Bodenorganismen und Kleinstlebewesen, die für das Entstehen von Humus als auch die Freisetzung von Nährstoffen verantwortlich sind.

Um diesen negativen Auswirkungen auf die Bodenstruktur, Bodenfruchtbarkeit und das Pflanzenwachstum entgegenzuwirken, hat sich die Anwendung von Kompost seit Jahrhunderten bewährt – gleich, ob im eigenen Garten oder auf professionell bewirtschafteten Landwirtschaftsflächen.

08 | Hoch hinaus im Hobbygarten

25.11.2019 von Uwe Honacker

Hoch hinaus im Hobbygarten ...

Hochbeete machen Freude. Sie sind bequem zu pflegen, passen auch in den kleinsten Garten und danken es dem Gärtner durch üppiges Wachstum – vorausgesetzt, man sorgt für die richtige Basis.

Hochbeete erfreuen sich im Hobbygarten wieder zunehmender Beliebtheit. Sie erleichtern das rückengerechte Gärtnern, finden überall einen Platz und auch Gartenneulinge profitieren von den überschaubaren Kulturbedingungen. Ideal sind die künstlich erhöhten Flächen zum Kultivieren von Zier- und Nutzpflanzen und für kleine Grundstücke oder für Gärten, deren Böden steinig mit Wurzelunkräutern durchsetzt oder verdichtet sind.

Inzwischen bietet der Handel eine Vielzahl von Bausätzen und fertigen Hochbeetmodellen aus den unterschiedlichsten Materialien für verschiedene Gartenstile an. In der Regel sind die Einfassungen aus Holz und Stein – welches Material gewählt wird, hängt allerdings von den unterschiedlichen örtlichen Gegebenheiten und der Verweildauer des Beetes ab.

Hochbeet mit Dränage-Vlies
„Über der Dränage-Schicht (hier Kies) wird ein dickes Dränage-Vlies gelegt.“ (Bildrechte: Brigitte Kleinod)

Auf die Füllung kommt es an

Ob es nun die langlebige steinerne Variante oder die leicht abbaubare Holzkonstruktion ist – für beide ist die richtige Befüllung der wichtigste Garant für gutes Pflanzenwachstum. Leider kann man ein Hochbeet nicht einfach nur mit Erde füllen und auch die Empfehlung, das Beet nach dem Prinzip eines Hügelbeetes aufzufüllen, verspricht keinen gärtnerischen Erfolg.

Im ersten Fall ist der Wasserabzug nicht gewährleistet und es können jede Menge Unkrautsamen eingeschleppt werden. Im zweiten Fall sackt die Füllung in Kürze zusammen, so dass die Pflänzchen bald tief unten im Beetkasten sitzen. Selbst beim Anbau einjähriger Nutzpflanzen muss vor jeder Saison Substrat nachgefüllt werden, ausdauernde Pflanzen kann man auf diese Weise gar nicht im Hochbeet kultivieren.

Generell benötigen alle Hochbeete eine Dränage-Schicht, die aus nicht verrottendem Material wie Steinen und/ oder mineralischen Schüttstoffen wie Schotter, Sand oder Bims bestehen sollte. Eine noch tolerierbare, weil langsame Sackung, ist bei grobem Dränage-Material aus Hartholz und deren Hackschnitzel gegeben. Denn mit jährlichen Substrat- oder Kompostgaben lässt sich das Zusammenfallen der Erde hier einigermaßen ausgleichen.

Mineralische Dränage-Schichten sind dagegen formstabil. Sie sollten allerdings mit einem Dränage-Vlies vom Substrat getrennt werden, damit die Erde nicht in die Dränage-Schicht gelangt und verschwindet.

„Wenn man den schweren Sand lagenweise auf den leichten Kompost schüttet, kann man beides gut durchmischen.“ (Bildrechte: Brigitte Kleinod)

Bei organischen Dränage-Schichten ist es sinnvoll, einen Mäusedraht am Boden des Beetes auszulegen, um das Einwandern von Mäusen in das Hochbeet zu unterbinden.

Substratmischungen zum Gärtnern auf hohem Niveau

Hochbeete eignen sich für den Anbau von Küchenkräutern, Salat und Gemüse sowie auch Stauden, mediterranen Kräutern, Duftpflanzen oder Pflanzenraritäten.

Mit passenden Abdeckungen wird aus einem Hochbeet leicht ein Früh- und Überwinterungsbeet. Mit mehreren Hochbeeten können Gärtner sinnvolle Fruchtwechsel durchführen und Gartenabschnitte schön gestalten. So sollte das Hochbeet in Material, Form und Farbe nicht nur zum Gartenstil passen, sondern auch zur gewählten Bepflanzung. Dies gilt natürlich auch für die Füllung des Beetes, dessen Substratschicht in Höhe und Zusammensetzung auf die geplante Bepflanzung abgestimmt werden muss.

Die isolierte Lage ist ein grosser Vorteil von Hochbeeten: Ungeachtet der Bodenbeschaffenheit im Garten kann man die Substrate im Hochbeet frei wählen. Als unkrautfreie Substratschicht (in der Regel reichen 30 bis 40 Zentimeter Höhe) eignen sich Mischungen von RAL-gütegesichertem Kompost mit Sand (lehmiger oder gewaschener) hervorragend. Je nach gewünschter Pflanzenkultur kann der Gärtner sie im Volumenverhältnis 1 zu 3 im Beet mischen. Am besten ist das Material in wechselnden Schichten einzubringen – immer den schwereren Sand auf den leichten Kompost. Dann mit einer Harke oder einem Handwerkzeug durchmischen.

„Auf das Dränage-Vlies wird das Substrat (hier eine Mischung aus Sand und Kompost) geschaufelt.“ (Bildrechte: Brigitte Kleinod)

Außerdem haben sich verschiedene Gesteinsmehle und andere Bodenhilfsstoffe, allen voran Bentonit, bewährt. Steht unkrautfreier Lehm zur Verfügung, kann man auch diesen als Wasserspeicher untermischen. Doch mit den in der Nähe zur Verfügung stehenden Materialien muss der Gärtner oft längere Zeit experimentieren und hat keine Gewähr, dass die Substratmischung optimal für die gewünschte Bepflanzung ist.

Hochbeet Hochbeetgarten
„Praktischer als ein einziges Hochbeet ist ein Hochbeetgarten, da man für jede Kultur das passende Substrat mischen und Fruchtwechsel betreiben kann.“ (Bildrechte: Brigitte Kleinod)

Wünschenswerter Service für Hobbygärtner

Praktisch für den Hobbygärtner ist es, wenn er die Substratbestandteile an einem Ort beziehen kann oder die Substratmischungen bereits fertig gemischt geliefert werden können.

Einige Kompostbetriebe und deren Verteilerstellen bieten die Materialien bereits gemischt als lose Ware an. Der Hobbygärtner kann sich diese entweder mit dem Anhänger holen und selbst einfüllen, vom Gärtner bringen und einfüllen oder vom Spediteur liefern und abkippen lassen.

Wenn dann alles – nahezu auf Augenhöhe – perfekt grünt und blüht, lassen sich die weiteren Pflegearbeiten rückenschonend, je nach Beethöhe im Sitzen oder Stehen und mit einer kleinen Auswahl von Handwerkzeugen und mit sauberen Schuhen, erledigen.

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Die Autorin Brigitte Kleinod ist Biologin, Gartenberaterin und erfolgreiche Gartenbuchautorin.

Unser (Buch-) Tipp!

 

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Neue Ideen für Hochbeete

(Beetvariationen, Pflanzterassen,

Tischbeete – mobile Gärten)

ISBN - 13: 9783895662874

     

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Hochbeete und Schlüssellochgärten 

(Ratgeber für Gärtnern in rückenfreundlichen Hochbeeten, incl. Schlüssellochgärten – ressourcenschonend und praktisch) 

ISBN - 9783440156193

Biogut- und Grüngutkomposte im ökologischen Landbau: Einsatzmöglichkeiten und Praxiserfahrungen

25.11.2019 von Helmut Strauß

Biogut- und Grüngutkomposte im ökologischen Landbau: Einsatzmöglichkeiten und Praxiserfahrungen

Toll besucht – und viele neue Erkenntnisse!

Referent Felix Hoffarth Biogut- und Grüngutkomposte
Nicht nur Felix Hoffarth lieferte einen tollen Vortrag ab, das gilt auch für alle übrigen Referenten und Referentinnen. Foto: jps

Das hatte wohl keiner erwartet: Rund 120 Teilnehmer und Teilnehmerinnen machten die Fachveranstaltung „Biogut- und Grüngutkomposte im ökologischen Landbau:

Einsatzmöglichkeiten und Praxiserfahrungen“ zu einer mehr als runden Sache. Die gemeinsam von KÖL, SÖL und RGK Südwest organisierte Fachveranstaltung stieß wohl auch deswegen auf so großes Interesse, weil das Thema ökologischer Landbau immer stärker ins Bewusstsein rückt und zugleich die rechtlichen Vorgaben zum Komposteinsatz in der Landwirtschaft immer komplexer werden.

Jedenfalls waren sich alle einig: Gerade diese Veranstaltung sollte eine Fortsetzung finden, auch zu weiteren Themenschwerpunkten, die alle gar nicht in einer Veranstaltung abgedeckt werden können. Und, der abschließende Rundgang auf der Grünschnitt-Kompostierungsanlage der Firma Wagner in Frankenthal machte deutlich:

Die Produktion qualitativ hochwertiger Komposte erfordert mindestens genauso viel Fachwissen und Engagement wie es Landwirte und Weinbauern tagtäglich in ihrem Betrieb leisten müssen. Gerade das sollte sich doch wunderbar ergänzen.

Downloads zu: Biogut- und Grüngutkomposte im ökologischen Landbau

Freundlicherweise haben uns die Referenten ihre Vorträge zur Verfügung gestellt.

Dafür herzlichen Dank!

Einsatz von Biogut- und Grüngutkomposten zur Unterstützung der Nährstoff- und Humussituation

Einsatz von Biogut- und Grüngutkomposten zur Unterstützung der Nährstoff- und Humussituation

Biogut- und Grüngutkomposte im Ökologischen Landbau

BioGut- und Grüngutkomposte im Ökologischen Landbau: Einsatzmöglichkeiten und Praxiserfahrungen

Langjährigen Praxiserfahrungen mit dem Einsatz von Biogutkomposten

Langjährige Praxiserfahrungen mit dem Einsatz von Biogutkomposten auf einem Naturlandbetrieb

Ergebnisse eines Feldversuchs zum ökologischen Kartoffelbau

Bio-Kartoffeln mit Kompost

Wilfried Stegmann

Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH

Was sind Biogut- und Grüngutkomposte wert?

Was ist der Biogut-Kompost wert? Was kostet er?

Komposteinsatz und Düngeverordnung

Komposteinsatz und Düngeverordnung: Was ist zu beachten?

Dr. Claudia Huth

DLR Rheinpfalz in Neustadt/Wstr.