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10 wertvolle Praxis-Tipps!

Warum ist Kompost so wertvoll für den Gartenboden?

Wann wird Kompost eingesetzt?

Wie wird kompostiert?

Über Kompostierung gibt es unzählige Informationen und jeder, der selbst kompostiert, hat seine eigenen Erfahrungen. Für viele Gartenfreunde bleiben dennoch offene Fragen …

Zehn der häufigsten davon hat uns Hans Willi Konrad vom Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau (KÖL) in Bad Kreuznach im Gespräch mit Uwe Honacker, Redaktionsleiter des KOMPOSTJournals, verraten.

Komposteinsatz im Bauerngarten
Komposteinsatz im Bauerngarten (Foto: H.W. Konrad)

Honacker„Herr Konrad, Sie sind schon seit über 30 Jahren in der Beratung im Agrar- und Umweltbereich tätig. Als Agrarökologe und Mitbegrün- der der Gartenakademie Rheinland-Pfalz sind Sie auch in besonders engem Kontakt mit privaten Gartenbesitzern. Zudem sind Sie wöchentlich auch auf Sendung im SWR 1 Hörfunk. Was gibt es denn aus diesen Begegnungen zum Thema Kompost zu berichten?“

Konrad„Interessant ist, dass in meiner langjährigen Beratungspraxis manche Fragen immer wieder zum Gesprächsthema werden. Zum Thema Kompostierung und dem Produkt Kompost fallen mir auf Anhieb zehn der am häufigsten gestellten Fragen ein:

1. Wann wird Kompost im Garten eingesetzt?

Empfehlenswert ist es, Kompost zur Vegetationszeit einzusetzen, d.h. immer zu dem Zeitpunkt, wenn die Pflanzen die Nährstoffe auch verwertenkönnen.

2. Wo kann Kompost im Garten eingesetzt werden?

Grundsätzlich ist Kompost ein Universalprodukt. Gleich, ob Zier- oder Nutzgarten: Kompost ist und bleibt ein wertvoller Bodenverbesserer und Humuslieferant mit beachtlicher Düngewirkung. Für Kompostgaben dankbar sind daher zum Beispiel Gemüse, Stauden, Obstgehölze, Baumscheiben und Hecken. Auch Rasen freut sich über regelmäßige Gaben.

(Foto: H.W. Konrad)

3. Welche Mengen können auf den Gartenboden ausgestreut werden?

Als Faustzahlen gelten 3 bis 5 Liter Kompost pro Quadratmeter – je nachdem, ob es sich um mittel- bis starkzehrende Kulturpflanzen handelt. Größere Mengen von 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter kommen nur bei einer Gartenneuanlage zum Einsatz, zum Beispiel für eine intensive Verbesserung von Sandboden. Damit auf solchen Standorten Nährstoffe und Wasserbesser gehalten werden, braucht der Gartenbesitzer jedoch viel Geduld. Denn eine dauerhafte und gesunde Bodengare baut sich erst nach und nach natürlich auf. So etwas gelingt nur über viele Jahre mit regelmäßigen Kompostgaben.

4. Wie wird Kompost eingearbeitet?

Grundsätzlich in den belebten Bereich des Oberbodens (ca. 10 bis max. 20 Zentimeter Tiefe). Während der Vegetationsphase ist eine flache Einarbeitung mit der Harke (ca. 5 bis 10 Zentimeter Tiefe) empfeh- lenswert, damit das Kompostmaterial gut eingemischt wird. Zudem braucht Kompost als organisches Material Luftsauerstoff, um die fortwährendenAb-, Um- und Aufbauprozesse durch die Kleinstlebewesen zu gewährleisten. Hierzu gibt es ausführliche Untersuchungen.

5. Was kann auf den eigenen Komposthaufen?

Grundsätzlich fast alles, was im Garten als Pflanzenmaterial anfällt. Selbstverständlich sind auch organische Küchenabfälle bis hin zum Kaffeefilter geeignet!

6. Kann man auch krankes Pflanzenmaterial auf den Komposthaufen geben?

Hier gibt es Unterschiede:

Kompostiert werden können:

  • Pflanzen mit Mehltau und Grauschimmel
  • Rosenblätter mit Sternrußtau und Rost
  • Gemüse, Obst und Zierpflanzen mit Blattfleckenpilzen
  • Äpfel und Birnen mit Obstbaumschorf
  • Sauerkirschen mit Moniliabefall Nicht auf den eigenen Komposthaufen gehören:
  • Kohlpflanzen mit Kohlhernie (verdickte Wurzeln)
  • Angefaultes Gemüse mit watteartigem Überzug in dem schwarze Kügelchen sind
  • Welkekranke Astern

Diese Pilzkrankheiten bilden Dauersporen, die bei der Eigenkompostierung aufgrund der geringen Prozesstemperaturen nicht absterben.

RAL-Gütekompost. Perfekt für den Garten! (Bild: VHE e. V.)

7. Welche Zusatzstoffe braucht man, damit der eigene Kompost gut wird?

Eigentlich keine. Auch wenn man jetzt an die so oft genannten »Zutaten« wie Gesteinsmehl, Bentonit, Kalk, Kalkstickstoff oder Pflanzenjauche denkt. Es bleibt dabei: Auf den Kompost kommt bestenfalls nur das, was auch im eigenen Garten anfällt ( … und dort wachsen kein Kalkstickstoff oder andere Hilfsmittel). Die genannten Stoffe werden eingesetzt, wenn die Kompostierung falsch läuft oder der Gärtner meint, er müsse mehr Nährstoffe in den Kompost packen. Dies ist aber im Normalfall nicht notwendig!

8. Wie gelingt der eigene Kompost am besten?

Besonders wichtig ist das gute Mischen der unterschiedlichen organischen Materialien beim Aufsetzen. Also keine dicken Schichten von einer Sorte, z. B. nur Rasenschnitt, Laub oder Holzhäcksel. Eine Zerkleinerung vorab ist ebenfalls ratsam. Damit erhält das Material eine größere Oberfläche und die zahlreichen Mikroorganismen haben eine bessere Angriffsfläche zum knabbern. Fällt mal viel Holz vom Gehölzschnitt an, so ist eine Zwischenlagerung sinnvoll. Im Frühjahr und Sommer kann dieses Material entsprechend gehäckselt und gut unter den Rasenschnitt gemischt werden.

Um die neue Kompostmiete in Schwung zu bringen, reichen ein paar Schaufeln vom alten Komposthaufen. Diese fallen praktisch beim Durchsieben kostenlos an.

9. Was macht man mit dem „groben“ Kompost, der beim Sieben übrig bleibt?

Damit kann unter Hecken, Stauden, Sträuchern und Bäumen gemulcht werden. Das ist bester Erosions- und Verdunstungsschutz! 10. Kann man mit Kompost den Garten überdüngen? Ja! Besonders dann, wenn zeitgleich Mineraldünger ausgebracht wird. Auch dazu liegen zahlreiche Untersuchungen vor. Wichtig ist daher beim Einsatz von Kompost, dass die entsprechenden Anwendungsempfehlungen (z. B. der Gütegemeinschaft Kompost) für die verschiedenen Pflanzkulturen und die jeweiligen Bodenarten berücksichtigt werden.

Pflanzendoktor« Konrad (Bild: H.W. Konrad)
»Pflanzendoktor« Konrad (Bild: H.W. Konrad)

Allen Kompostfreunden wünsche ich viel Erfolg und betrachten Sie meine Antworten zu Ihren Fragen als Anregung.

Hans Willi Konrad Kompetenzzentrum Ökologischer Landbau (KÖL), Bad Kreuznach

Nähere Informationen erhalten Sie auch unter

www.gartenakademien.de

Unser Tipp!

Reicht der eigene Kompost für die Humuszufuhr, Beetvorbereitung und Bodenverbesserung im Garten nicht aus, kann man ausgezeichnete Kompostprodukte auch preiswert bei den Mitgliedsbetrieben der Gütegemeinschaft Kompost Region Südwest e. V. erhalten! 

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Eine aktuelle Übersicht zu den Kompostanlagen in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter: www.rgk-suedwest.de oder fragen Sie einfach bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung nach.